25.03.2020

Medienmitteilung

Die Philosophie-Olympiade geht online

Manuel Beckert (Gymnasium Neufeld, BE) und Severin Rohrer (Kantonsschule am Burggraben, SG) haben an der Schweizer Philosophie-Olympiade Gold gewonnen. Mit ihren Argumenten über die Grenzen der Freiheit überzeugten sie die Jury - ohne die Grenzen ihres eigenen Zimmers zu verlassen. Denn das Finale der Philosophie-Olympiade fand am 21. März ausnahmsweise virtuell statt.

Spontaner Videochat mit den Teilnehmenden. (Screenshot: Lara Gafner)

Manuel Beckert (Bild: Manuel Beckert)

Bronzemedaille für Nadine Jabornegg (Kantonsschule Wil, SG) und Conradin Schindler (Kantonsschule Zürcher Oberland, ZH). (Bilder: Nadine Jabornegg, Conradin Schindler)

12 Finalistinnen und Finalisten aus der ganzen Schweiz, die sich gegenüber insgesamt 122 Teilnehmenden durchgesetzt haben, treffen sich für ein verlängertes Wochenende in Bern. Sie lernen einander kennen, diskutieren und schreiben ein Essay. So war das Finale der Philosophie-Olympiade geplant. Doch dann kam die Coronavirus-Pandemie, und der Anlass musste abgesagt werden. Um den Teilnehmenden dennoch die Chance auf eine Medaille zu geben, wurde der Essaywettbewerb am letzten Samstag virtuell durchgeführt.

 

Freiheit ist im Trend

 

Um 08:00 erhielten die Teilnehmenden per Email vier Themenvorschläge. Die Essays konnten zuhause verfasst und bis 13:00 eingeschickt werden. "Die Grenzen, die dem Willen durch die Welt gezogen werden, sind kein Hindernis für die Freiheit, sondern deren Voraussetzung" – dieses Zitat von Peter Bieri war das meistgewählte Thema. "Ich sehe schon, Freiheit ist im Trend", bemerkte ein Jury-Mitglied. Auch die beiden Gewinner schrieben ihre Essays über dieses Zitat. Der erstplatzierte Manuel Beckert (hier geht's zum Essay) kam zum Schluss, dass wir uns in Widersprüche verstricken, wenn wir Peter Bieris These zu Ende denken. Dafür argumentierte er unter anderem mit einem eigenen Gedankenexperiment.

 

Fächerübergreifend aktiv

 

Nach getaner Arbeit trafen sich einige der jungen Philosophinnen und Philosophen spontan in einem Videochat. Das Gespräch drehte sich erstmal um die Essays. Irgendwann wandte es sich der Frage zu, ob man eine Vorstellung von einem Konzept haben kann, ohne ein Wort dafür zu wissen. Zum Beispiel, ob man das Gefühl namens "Schadenfreude" versteht, wenn man es nicht benennen kann. Auch die Umstellung auf Fernunterricht, die nicht nur ausserschulische Angebote wie die Philosophie-Olympiade, sondern auch die Schule selbst betrifft, war Thema. Manche der Teilnehmenden kannten sich bereits von anderen Wissenschafts-Olympiaden. Der zweitplatzierte Severin Rohrer war zwar noch an keiner anderen Wissenschafts-Olympiade, ist aber auch vielseitig interessiert: Letztes Jahr gewann er einen Latein-Wettbewerb.

 

Was die Zukunft bringt

 

Normalerweise würden sich die beiden Sieger jetzt auf ihre Reise an die Internationale Philosophie-Olympiade vorbereiten. Doch die für Ende Mai geplante Veranstaltung in Lissabon wurde erstmal auf 2021 verschoben. Ob es auch auf internationaler Ebene eine digitale Alternative geben wird, steht im Moment noch zur Debatte. Für die Finalistinnen und Finalisten des diesjährigen Schweizer Finals soll auf jeden Fall auch noch ein persönliches Treffen stattfinden, sobald es die Umstände erlauben.

 

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Neun Olympiaden finden jedes Jahr statt: Workshops, Lager, Prüfungen sowie Wettbewerbe für über 4'000 Talente in Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren.

 

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Kontakt

Lara Gafner

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Wissenschafts-Olympiade

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3012 Bern

+41 31 631 51 87

l.gafner(at)olympiad.ch  

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