Am Samstag, 24. Januar begleiteten einige junge Volunteers diesjährige Halbfinalistinnen und Halbfinalisten der Schweizer Philosophie-Olympiade an das Zürcher Philosophie Festival. Im Zentrum standen dabei sowohl der philosophische Austausch als auch das Kennenlernen der Teilnehmenden untereinander in einer lockeren und offenen Atmosphäre. Ausserdem waren auch dieses Jahr zwei Teilnehmende der Philosophie-Olympiade des vergangenen Jahres als Spezialgäste des Speed-Datings der Zürcher Philosophie Festivals eingeladen. Joshua Freiermuth, der an der nationalen Olympiade 2025 Gold gewann, und Filipa Lüthy, die international Silber erreichte, nahmen am philosophischen Speed Dating teil und bereicherten den Anlass mit ihrem Können im philosophischen Dialog.

Die Organisation dieses Ausflugs übernahm Kora Bürgi, welche im Jahr 2023 und 2024 selbst an der Philosophie-Olympiade teilgenommen hatte, und sich seither freiwillig im Verein engagiert.
Zu den Autorinnen: Filipa Lüthy gewann im Final der Philosophie Olympiade in 2023 eine Bronzemedaille und errang 2025 Silber bei der Internationalen Philosophie-Olympiade. Ana Abril gewann im Finale 2023 die Silbermedaille. Beide studieren heute Philosophie und Mathematik und engagieren sich ehrenamtlich für die Philosophie-Olympiade.
Begonnen haben wir im italienischen Restaurant Puci’s im Zürich Bellevue. Zu Pasta, Pizza und Ravioli lernten sich die Teilnehmenden untereinander kennen. Auch die Volunteers – Filipa Lüthi, Kora Bürgi, Ben Stephenson und Ana Abril, die die Teilnehmenden an diesem Ausflug begleiteten, tauschten sich mit den Teilnehmenden aus und erzählten nostalgisch von ihren Erfahrungen, die sie einige Jahre zuvor als Teilnehmende gemacht hatten. Hungrig wie wir waren, verschwanden Pizzen, Pasta und die Ravioli rasch und wir fanden uns etwas vor dem Zeitplan in der Kulturmühle in Tiefenbrunnen, dem Festivalgelände. Im Café Kornsilo fanden wir Wärme und führten zu Kaffee und Tee, inzwischen schon etwas vertrauter, rege philosophische Diskussionen.

In der ersten Veranstaltung, die wir besuchten, wurden zwei feministisch-philosophische Kurzfilme gezeigt und anschliessend diskutiert. Direkt im Anschluss besuchten wir einen Crashkurs Logik in der Backstube, geleitet von Christoph Pfisterer. Aufgrund der grossen Nachfrage hatten nicht alle in der Backstube Platz, weshalb sich einige mit der Bar auf dem Festivalgelände begnügten. Danach teilte sich die Gruppe je nach Interesse auf. Einige nahmen Teil am philosophischen Speed-Dating, andere besuchten die Veranstaltung „Jetzt reicht’s! Wenn es zivilen Ungehorsam braucht“.
Letztere Veranstaltung war eine hitzige Podiumsdiskussion über zivilen Ungehorsam (z.B. Klima-Kleber*innen) mit Rechtsphilosophin Samira Akbarian, Klimaaktivist*in Cyril Hermann und Lukas Rühli, Forschungsleiter beim Think Tank Avenir Swiss. Besonders beim Blick aus der ersten Reihe, den manche von uns geniessen konnten, fiel so mancher kritische Seitenblick und frustrierter Seufzer der Diskutierenden auf. Die Moderatorin Barbara Bleisch hielt aber die Spannungen gekonnt auf der inhaltlichen Ebene und konnte das Gespräch immer wieder in interessante neue Richtungen leiten.

Zürcher Philosophie Festival 2026: Cyrill Hermann, Samira Akbarian, Lukas Rühli, Barbara Bleisch © Maria Brunner
Die andere Hälfte der Teilnehmenden besuchte stattdessen die Veranstaltung „Philosophisches Speed-Dating“. Dabei konnte man in sechs Runden à jeweils 8 Minuten zu zweit in philosophische Gespräche eintauchen. Wie bereits in den letzten Jahren waren zwei Gewinner*innen der Philosophie-Olympiade des letzten Jahres als Spezialgäste anwesend.
Filipa war nicht zum ersten Mal beim philosophischen Speed-Dating; seit Jahren hat sie immer wieder begeistert teilgenommen.
„Ich finde es immer wieder spannend, wie viel Abwechslung es bei den Themen gibt, über die man miteinander spricht. Da es keine Vorschriften gibt, zieht es einen je nach Gegenüber in eine komplett andere Richtung. Dieses Jahr kam bei mir alles von moralischem Relativismus über Veganismus bis hin zu den Zusammenhängen von Mathematik und Philosophie als Thema vor. Es ist eine erfrischende Eigenheit dieser Veranstaltung, dass man ohne jeglichen Small Talk in philosophische Tiefen tauchen kann. Nicht nur weiss man schliesslich, dass alle anderen Teilnehmenden genau deshalb auch dabei sind, sondern man wird durch die kurzen Runden regelrecht dazu gezwungen, schnell auf den Punkt zu kommen.“ – Filipa Lüthy
Auch Joshua Freiermuth reflektiert den Anlass.
„Ich wusste nicht genau, was mich erwartete, als ich zum Speed-Dating ging und wurde überrascht, wie viele verschiedene Themen man in so kurzer Zeit diskutieren kann, ohne oberflächlich zu bleiben. Das Format hat gezeigt, welchen grossen Wert Gespräche mit fremden Menschen haben, die alle möglichen verschiedenen Zugänge zur Philosophie mitbringen. Es wurde sehr klar, wie Philosophie (fast) jeden Teil des Lebens betrifft und wie man in Diskussionen, je tiefer man geht, immer mehr auf ihre Fragen zurückgeworfen wird. So ging ich dann auch mit mehr Fragen nachhause, als ich gekommen war.“ – Joshua Freiermuth
Damit kam der Abend auch schon zu Ende und wir gingen vielleicht alle mit mehr Fragen nachhause, als wir gekommen waren.

Zürcher Philosophie Festival 2026: Filipa Lüthy © Maria Brunner
Zürcher Philosophie Festival 2026: Joshua Freiermuth © Maria Brunner