03.06.2020

Medienmitteilung

Genfer Jugendliche messen sich mit Philosophie-Talenten aus aller Welt

Eigentlich hätte die Internationale Philosophie-Olympiade (IPO) dieses Jahr in Portugal stattfinden sollen. Stattdessen wurde sie im Internet durchgeführt – unter dem Motto "Globale Solidarität". Vom 28. bis 31. Mai schrieben junge Philosophinnen und Philosophen aus über 30 Ländern von zuhause aus um die Wette.

Besuch aus Harvard: Michael Sandel im Gespräch mit dem philosophischen Nachwuchs. (Screenshot: Philosophie-Olympiade.)

Ehemalige IPO-Teilnehmende erzählen an der Eröffnungszeremonie von ihren Erfahrungen. (Screenshot: Philosophie-Olympiade.)

Mircea-Petru Ditiu (Bild: Mircea-Petru Ditiu)

Emilie Dill (Bild: Emilie Dill)

Das Schweizer Team:

 

  • Emilie Dill, Institut Florimont (GE)
  • Mircea-Petru Ditiu, Ecole Internationale de Genève (GE)

 

Ursprünglich hatten sich Manuel Beckert (Gymnasium Neufeld, BE) und Severin Rohrer (Kantonsschule am Burggraben, SG) mit ihren Goldmedaillen an der Schweizer Philosophie-Olympiade für den IPO qualifiziert, mussten aber absagen. Spontan sprangen Emilie und Mircea-Petru ein, die auf nationaler Ebene Silber gewonnen hatten.

 

Essayschreiben vor laufender Kamera

 

Für Mircea-Petru war es eine intensive Woche: Er war neben der IPO mit mehreren Prüfungen für die Schule beschäftigt. Trotzdem wollte er sich die Teilnahme an der Olympiade nicht entgehen lassen. Er und die anderen Teilnehmenden hatten vier Stunden Zeit, um einen Essay über eines von vier vorgegebenen Zitaten zu verfassen. Dabei wurden sie per Videokonferenz beaufsichtigt. Zusätzlich wurden die Essays auf Plagiate geprüft. Anschliessend folgte die Bewertung durch Philosophielehrpersonen aus aller Welt. Für das Schweizer Team gab es dieses Jahr keine Medaille – aber dafür jede Menge Denkanstösse.

 

Die philosophischen Fragen der Stunde

 

Den slowenischen Organisatoren der virtuellen IPO war es gelungen, innert kürzester Zeit ein vielseitiges Programm rund um das Thema "Globale Solidarität" zusammenzustellen. Neben dem Wettbewerb gab es Vorträge und von Schülerinnen und Schülern moderierte Diskussionsrunden. Diese seien wirklich interessant gewesen, meint Emilie. Dass sie keine Medaille gewonnen hat, macht ihr nicht allzu viel aus: "Ich bin trotzdem stolz auf unsere Leistung." Die Goldmedaillen gingen derweil an zwei Jugendliche aus der Türkei und aus Singapur. Die Rangliste wurde während einer digitalen Abschlusszeremonie verkündet, bei der auch der Philosoph Michael Sandel dabei war. Er sprach mit den Jugendlichen über die ethischen Fragen, welche die Pandemie aufwirft, zum Beispiel: Ist es gerecht, Immunitätspässe einzuführen, die bestimmen, wer am sozialen Leben teilnehmen darf und wer sich isolieren muss?  Gerechtigkeit liegt auch Emilie am Herzen: Sie will in Genf Jura studieren, mit dem Ziel, Menschenrechtsanwältin zu werden.

 

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Neun Olympiaden finden jedes Jahr statt: Workshops, Lager, Prüfungen sowie Wettbewerbe für über 4'000 Talente in Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren.

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Lara Gafner

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